Laut einer neuen PLMA-Studie kaufen mehr als 30 % der Gen Z und der Millennials in Europa heute mehr Handelsmarken als vor der Pandemie. Video hier ansehen.

 

 


Richard Hyman, Partner bei Thought Provoking Consulting, sagte, dass der Anteil der Handelsmarken in Zukunft in Großbritannien 60% erreichen könnte.
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PLMA e-Scanner – September 2022

September, 2022
Discounter verbuchen Wachstum...

Zu Beginn der Pandemie stagnierte das Wachstum von Discountern oder ging sogar zurück. Im letzten Jahr ist ihr Marktanteil in mehreren europäischen Ländern jedoch wieder gestiegen, und 2022 hat sich das Wachstum weiter beschleunigt.

So überholte beispielsweise Aldi in Großbritannien Morrisons und rückte in die Liga der so genannten „Big Four“ auf – der vier größten Supermärkte im Land. Lidl ist der am schnellsten wachsende Händler in Großbritannien. Der kombinierte Marktanteil von Aldi und Lidl beträgt inzwischen etwa 17 %. Auch in den Niederlanden ist der Marktanteil von Lidl und Aldi in diesem Jahr gewachsen, in den ersten sieben Monaten von 15,7 % auf 16,3 %. In Deutschland entwickeln sich Discounter weitaus besser als Supermärkte. Zweistelligen Wachstumsraten werden für Discounter erwartet. Auch in Frankreich, Spanien und Italien erzielen Discounter bessere Ergebnisse als andere Händler.

Der Anstieg des Marktanteils ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das tägliche Leben für viele Europäerinnen und Europäer wesentlich teurer geworden ist. Das bringt auch immer mehr kaufkräftige Verbraucher dazu, ihre Lebensmittel bei Discountern einzukaufen.

...Supermärkte helfen Verbrauchern

Angesichts der haushohen Inflation in Europa ändern Verbraucher ihr Einkaufsverhalten. Für viele ist der Preis zum wichtigsten Faktor geworden. Einzelhändler reagieren auf dieses sparsame Konsumverhalten.

Der französische Einzelhandelsriese Carrefour kündigte einen Preisstopp für 100 Eigenmarkenprodukte des täglichen Bedarfs an. Die Liste umfasst Frühstückszerealien, Kaffee, Gemüsekonserven, Waschmittel und Windeln. E.Leclerc gab im letzten Monat bekannt, die Preise für mehr als 230 seiner Grundbedarfsartikel bis Anfang Dezember einfrieren zu wollen. Damit verlängert das Unternehmen einen Preisstopp, der im Mai für 120 Artikel eingeführt wurde. Beide Händler haben die Initiative an ihre Kundenkarten gekoppelt.

In Dänemark führte Coop ein neues Programm namens „Goi pris – hver dag“ (Guter Preis – jeden Tag) für 400 beliebte Lebensmittelprodukte ein, während der Wettbewerber Salling Group eine Preisobergrenze für 300 Artikel festlegte. Der polnische Händler Biedronka verpflichtete sich zu einem Preisstopp für 150 der am häufigsten gekauften Produkte.

Darüber hinaus unterziehen Einzelhändler ihre Handelsmarkenprogramme einer Überprüfung. Albert Heijn will den Anteil an Handelsmarkenprodukten, der momentan etwa 50 Prozent beträgt, erhöhen. Asda brachte mit „Just Essentials“ eine Produktreihe im Preiseinstiegssegment auf den Markt, die aus etwa 300 Artikeln besteht. Sainsbury’s vergrößert die Zahl der Produkte, die unter das „Price Lock“-Versprechen fallen, und fixiert damit die Preise für bis zu 2.000 Eigenmarkenartikel für den Haushalt und die Vorratskammer. Rewe erweitert das Sortiment der beliebten Tiefpreis-Eigenmarke „ja!“ auf mehr als 1.100 Produkte.

Generell zeigen Verbraucherumfragen, dass Kunden sich zunehmend für Handelsmarken als Alternative zu teureren Herstellermarken entscheiden. Handelsmarken sind also offenbar Nutznießer der globalen Krise der Lebenshaltungskosten, ganz gleich, ob sie beim Discounter oder im Supermarkt gekauft werden.

Amazon überdenkt Ausbau der Fresh-Stores

Im vergangenen Jahr ging Amazon mit seiner ersten Amazon Fresh-Filiale in Großbritannien an den Start. Inzwischen wurden 18 weitere Geschäfte rund um London eröffnet. Alle sind mit Just-Walk-Out-Technologie ausgestattet. Das heißt, Kunden betreten den Laden, indem sie die Tür mit einem QR-Code öffnen, der von der Amazon-App auf ihrem Smartphone generiert wird.

In der Filiale nehmen Kunden dann einfach die gewünschten Produkte aus dem Regal und legen sie in ihre Einkaufstasche. Bildverarbeitungstechnologie im Geschäft zeichnet auf, welche Produkte entnommen wurden. Wenn der Kunde den Laden verlässt, stellt Amazon die entnommenen Produkte elektronisch in Rechnung.

Nach Eröffnung des ersten Ladens in Großbritannien wollte Amazon ursprünglich Hunderte von Fresh-Stores einrichten. Nun, da die Zahl der britischen Abonnenten sinkt und die Geschäfte weniger stark frequentiert sind, erhöht Amazon den Preis für Prime-Abonnements von 79,00 GBP auf 95,00 GBP. Vor dem Hintergrund von Mitarbeiterprotesten in Logistikzentren gegen geringe Lohnerhöhungen legt Amazon seine Expansionspläne offenbar vorerst auf Eis.

Produkte von Carrefour reisen nach Finnland

Infolge einer Beschaffungsvereinbarung zwischen Carrefour und der finnischen Kooperative S Group sind Produkte der Handelsmarke „Terre d’Italia“ des französischen Einzelhandelsriesen jetzt in den Lebensmittelgeschäften der S Group erhältlich. Das Angebot umfasst traditionelle italienische Delikatessen wie Käse, Öl, Marmeladen, Süßwaren, Salz- und Süßgebäck, Soßen und Nudeln, die von kleinen und mittleren italienischen Herstellern produziert werden.

Darüber hinaus werden 80 reguläre Eigenmarkenprodukte von Carrefour in den Filialen der S Group verkauft, darunter Tee, Hautpflegeprodukte, Säfte und Konserven. Mit den internationalen Produkten will die S Group die Vielfalt des Angebots für Kunden erhöhen. Die beliebtesten Produkte sollen ins ständige Sortiment aufgenommen werden.

Q-Commerce-Anbieter Gorillas lanciert neue Eigenmarken

Der Schnelllieferdienst Gorillas, der Produkte innerhalb weniger Minuten nach der Kundenbestellung per App ausliefert, führt zwei neue Handelsmarken ein: „Gorillas Premium“ und „Gorillas Daily“. Die Eigenmarken sind in den Niederlanden, Deutschland, Frankreich und Großbritannien erhältlich.

Nach Angaben des Unternehmens umfasst „Gorillas Daily“ hochwertige Produkte für den täglichen Lebensmittelbedarf zu fairen Preisen, darunter Brotaufstriche, Aufschnitt, Käse, süße und herzhafte Snacks sowie Fruchtsäfte. „Gorillas Premium“ vereint Spezialitäten von hoher Qualität, die Kunden zum Genuss oder als täglichen Luxus konsumieren können. Zum Angebot gehören frische Pasta, Ravioli und Gnocchi in besonderen Geschmacksrichtungen sowie Cashewnüsse, Erdnüsse, Pistazien und Mandeln mit einer besonderen Note.

Die neuen Produkte ergänzen die kürzlich eingeführten Handelsmarkenbiere namens <start-up beer> und die Kaffeemarke „Hot Damn!“, die Kaffeebohnen, Kaffeepulver, zu Hause kompostierbare Kaffeepads und Haferdrinks umfasst.

In den Läden 

Carrefour brachte einen Waschball auf den Markt, eine ideale und kostengünstige Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln, die die Wäschepflege revolutioniert. Der Waschball der Eigenmarke „Eco Planet“ nutzt eine neue Technologie, mit der die Wäsche ohne Zusatz von Chemikalien gewaschen werden kann.

Die Warenhauskette Hema testet „mobile Kassen“. Mitarbeiter in der Filiale, die Kunden beraten, können die Bezahlung unmittelbar über eine App auf ihrem Smartphone abwickeln.

Sainsbury’s hat angekündigt, die Haltbarkeitskennzeichnung auf der Verpackung von 276 Eigenmarkenprodukten zu ändern. Damit will das Unternehmen dazu beitragen, die Lebensmittelverschwendung in Haushalten zu reduzieren. Betroffen sind unter anderem frisches Obst und Kartoffeln. Statt mit dem Haltbarkeitsdatum wird die Verpackung mit dem Aufdruck „no date helps reduce waste“ (kein Datum hilft, Abfall zu reduzieren) versehen.

Rewe-Kunden können sich jetzt die Werbeprospekte ihrer Filiale über WhatsApp aufs Handy schicken lassen. Die gedruckten Handzettel werden bis Mitte 2023 abgeschafft. Tests haben gezeigt, dass eine digitale Broschüre über WhatsApp bei Kunden auf großes Interesse stößt. Das bewiesen sowohl die Anmelderaten für den Service an sich als auch die Öffnungsraten und die Verweildauer beim digitalen Handzettel.

Lidl und Waitrose verkaufen unförmiges Obst und Gemüse, um Landwirte zu unterstützen, deren Erträge nach dürreähnlichen Bedingungen drastisch gesunken sind.

Penny arbeitet künftig mit dem Schnelllieferdienst Wolt zusammen. Zu Beginn können Kunden aus einem Angebot von 1500 bis 2000 Artikeln wählen. Bald soll es jedoch möglich sein, aus dem kompletten Penny-Sortiment zu bestellen. Wenn der Test erfolgreich ist, soll das Angebot in allen deutschen Städten, in denen Wolt aktiv ist, verfügbar gemacht werden.

Aldi versieht in Belgien Milchverpackungen mit QR-Codes, der Kunden zur digitalen Broschüre des Supermarkts führt. Zwar ist das gedruckte Werbemagazin noch immer eines der wichtigsten Mittel, Kunden zu erreichen, doch Aldi hofft, die Papierausgabe zu gegebener Zeit einstellen zu können.

Spar eröffnete das erste Geschäft in Lettland. Das Sortiment umfasst neben Produkten von lokalen Erzeugern und sonstigen im baltischen Raum beliebten Produkten und Marken auch Handelsmarken von Spar.

Intermarché in Portugal änderte die Zusammensetzung der Lebensmittelprodukte seiner Eigenmarke „PorSi“, um den Zucker- und Salzgehalt zu reduzieren. Im Rahmen der Initiative, die 2019 gestartet wurde, ist es bereits gelungen, den Zuckergehalt um 19 % und den Salzgehalt um 28 % zu senken.

Der Essenslieferdienst Deliveroo zieht sich aus den Niederlanden zurück. Spar arbeitete in sieben niederländischen Städten mit Deliveroo zusammen. Albert Heijn erweiterte kürzlich seine Kooperation mit Deliveroo. Kunden konnten aus 1.200 Produkten wählen. Die Händler werden sich nun nach einem neuen Partner umsehen müssen.

Waitrose führt die Eigenmarke „Cook’s Ingredients“ neu ein. Sie wird erweitert und erhält ein neues Design und eine neue Kennzeichnung. Einige Produkte wurden aus dem Sortiment genommen. Die neu hinzugekommenen Geschmacksrichtungen und Produkte spiegeln aktuelle Kochtrends wider.

Colruyt ist es gelungen, mit verschiedenen Maßnahmen 8.000m3 Wasser einzusparen. Das Unternehmen sammelt so viel Regen- und Abwasser wie möglich und reinigt es, damit es wiederverwendet werden kann. Die Filialen senken ihren Verbrauch von Wasser aus der städtischen Versorgung durch Nutzung von Regenwasser für sanitäre Zwecke und die Bewässerung von Pflanzen.

Marktforschung 
Das Metaverse ist die Zukunft

Wie das deutsche Forschungs- und Bildungsinstitut für den Handel EHI feststellte, wird die Bedeutung des Metaverse im Handel zunehmen. In einer Online-Studie unter Entscheidungsträgern im Einzelhandel sahen mehr als drei Viertel der Befragten spannende Anwendungsmöglichkeiten des Metaverse. Sechs von zehn Befragten glauben, dass sich das Metaverse durchsetzen wird. Seine Bedeutung innerhalb der Einzelhandelsunternehmen wird vermutlich in den nächsten fünf bis zehn Jahren zunehmen.

Allerdings halten nur vier Prozent der Entscheidungsträger Investitionen ihres Unternehmens in Metaverse-Anwendungen für wahrscheinlich. Mittel- und langfristig wird die Lage jedoch anders eingeschätzt. In fünf Jahren könnte bereits jedes vierte Einzelhandelsunternehmen in Metaverse-Anwendungen investieren, und in zehn Jahren fast jedes zweite.

Acht Millionen Niederländer kaufen Nahrungsergänzungsmittel

Nach einer Umfrage von Healthy Lifestyle Monitor unter mehr als 5.000 Personen kauft mehr als die Hälfte der Niederländer Nahrungsergänzungsmittel. Am häufigsten werden die Handelsmarken der bekannten Drogerien (39 %) verkauft, wobei nicht überrascht, dass die größte Drogeriekette, Kruidvat, auch die meistverkaufte Handelsmarke ist. Auf Platz zwei rangiert die Eigenmarke von Holland & Barrett mit 10 %. Fast drei von zehn Nahrungsergänzungsmitteln werden in einem stationären Laden gekauft. Auf Webshops entfallen 31 % des Umsatzes.

PLMA-Nachrichten 
PLMA-Fortbildungskurs für Führungskräfte 2022

Zwei Jahrzehnte Fortbildung im Handelsmarkenbereich: PLMAs Fortbildungskurs für Führungskräfte wird am 26. und 27. Oktober wieder auf dem Campus der Nyenrode Business Universiteit stattfinden und damit sein 20-jähriges Jubiläum feiern! Das Programm ist einzigartig und ausschließlich Handelsmarken gewidmet.

Nach zwei Jahren virtueller Fortbildung freut sich PLMA, zwei volle Tage mit persönlichen Vorträgen und interaktiven Lehrabschnitten, sowohl für Hersteller als auch Einzelhändler, anbieten zu können. Der Kurs vermittelt, was Führungskräfte zu wichtigen Themen wissen müssen: Handelsmarkenstrategie, Beziehungen zwischen Herstellern und Einzelhändlern, Produktentwicklung, Verbrauchertrends, Marketing und E-Commerce. Neben Hochschuldozenten werden auch Vertreter der Industrie als Lehrkräfte verpflichtet.

Weitere Informationen zu Rednern, Programmablauf und Anmeldegebühren finden Sie hier.

Sonderausgabe von GRB zur PLMA

Die PLMA ist der alleinige Gegenstand der September-Sonderausgabe von Global Retail Brands, einer Fachzeitschrift mit einer weltweiten Auflage von 7.000 Exemplaren, die sich selbst als „your guide to the private label universe“ (Ihr Leitfaden für das Handelsmarkenuniversum) beschreibt. Die Ausgabe informiert über die neue PLMA-Umfrage „Werden Europäer je wieder wie früher einkaufen?“, die in acht europäischen Ländern durchgeführt wurde und Daten zu Einkaufsgewohnheiten und -verhalten von Verbrauchern nach der Pandemie sammelte. Ein weiteres Thema ist die Fachmesse für Handelsmarken 2022 der PLMA vom 13. bis 15. November in Chicago.

Laut GRB-Herausgeber Phillip Russo sind die Erkenntnisse und deren Implikationen von so großer Bedeutung, dass sich das Team von GRB gezwungen sah, diese Sonderausgabe herauszubringen und die Branche über die Ergebnisse zu informieren. GRB wird vier Mal jährlich von der Kent Media Group veröffentlicht und an leitende Führungskräfte der 250 weltweit bedeutendsten Handelsunternehmen verschickt. Darüber hinaus ist die Zeitschrift auf führenden Handelsmarken- und Fachmessen erhältlich.

Eine Kopie der Ausgabe finden Sie unter diesem Link.

Veranstaltungen 
26.-27. Oktober 2022

PLMA-Fortbildungskurs für Führungskräfte
Nyenrode Business Universiteit, Niederlande

13.-15. November 2022

US-Handelsmarken-Fachmesse
Chicago